MotoGP: KTM zur Personalie Marc Marquez

Stefan Bradl: «Papa gibt mir keine Tipps mehr»

Von Günther Wiesinger
Helmut und Stefan Bradl 2012

Helmut und Stefan Bradl 2012

Papa Helmut Bradl beruhigt zwar seinen Sohn Stefan manchmal. Mit Tipps hält er sich aber zurück.

Stefan Bradl (23) hat seinem Papa Helmut, fünffacher 250-ccm-GP-Sieger und Vizeweltmeister 1991, viel zu verdanken. Der heute 51-jährige Senior hat ihn 2003 vom deutschen Red-Bull-Rookies-Cup über das KTM-Junior-Team (2006 bis 2006) bis zum Titelgewinn in der Moto2-WM bei Kiefer Racing und im ersten Jahr in der Königsklasse betreut und begleitet.

Auch in der MotoGP-Klasse war und ist Papa Helmut meistens dabei. Nicht nur als aufmerksamer und fachkundiger Beobachter in der Box. Er ist manchmal auch als Mentalcoach gefragt.

«Wenn ich den Papa im Februar 2012 beim ersten Sepang-Test mit der neuen 1000-ccm-Honda nicht dabei gehabt hätte, wäre ich vielleicht heimgereist», blickt Stefan Bradl zurück. «Dann hätte ich womöglich wieder einen Rücktritt gemacht – wie in der MotoGP Academy im Februar 2007. Ich war mental und körperlich nicht ideal vorbereitet. Aber hat er gesagt: ‹Reiss dich zusammen. Das sind auch nur Menschen, die kochen auch nur mit Wasser, die haben einfach viel mehr Erfahrung als du. Beim ersten Mal ist es immer am schwierigsten. In einem Jahr um diese Zeit wirst du dir denken, das war eine tolle Erfahrung.› Da hat er mich ganz gut beruhigt. Auch in anderen Situationen wie beim ersten Rennen in Katar, wo ich natürlich angespannt war. Da hat er gut auf mich eingeredet, was hilfreich war. Er war zwar auch manchmal mit Teamchef Lucio Cecchinello draussen auf der Strecke und hat sich das Training angeschaut, er hat mir auch diverse Linien der anderen gesagt. Aber er hat mir keine Tipps mehr gegeben. Er hat nimmer gesagt: ‹Das musst du so oder so machen.› Er sagte höchstens: ‹Du bist fahrerisch besser als ich war, was soll ich dir noch Tipps geben?›»

Es gab auch viele Trainings und Rennen, bei denen Helmut Bradl sehr ruhig blieb. Er war sich bewusst: Sein Junge hat’s im Griff.

Als Stefan Bradl beim Malaysia-GP wegen einer falsch programmierten Motorbremse nach etlichen anderen Kollegen im Regen stürzte, bemerkte Papa Bradl in aller Gelassenheit: «Jetzt hats uns auch erwischt.»

Stefan Bradl würde seinen Papa gerne mal ein paar Runden mit seiner Honda RC213V fahren lassen. «Ich täte mir wünschen, dass ihn Honda mal mein MotoGP-Motorrad probieren lässt», erzählt der WM-Achte.

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